Alles was Man(n) wissen muss

Sabbatical als persönliche Chance 

arbeitslos - © Ljupco Smokovski - Fotolia.com In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit wird es für viele Arbeitnehmer immer schwieriger, die Anforderungen im Beruf mit dem Privatleben in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitszeiten, Sonderschichten und Abdelegierungen in einen anderen Betriebsteil sind an der Tagesordnung. Sie sind erforderlich, damit das Unternehmen auf individuelle Marktsituationen reagieren kann. Der Mitarbeiter profitiert oftmals von einer besseren Entlohnung oder zumindest davon, dass sein Arbeitsplatz gesichert ist. Dennoch ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem der Arbeitnehmer ausgebrannt ist. Er hat, oftmals im Trubel des Alltags, viel zu spät bemerkt, dass er seine Leistungsgrenze überschritten hat. Burn-out ist eine der weitverbreiteten Ursachen, die zu langwierigen Erkrankungen führen. Nicht nur eine solche Überbelastung kann dazu führen, dass der Arbeitnehmer eine Auszeit vom Job benötigt. Ungeklärte, familiäre Probleme oder die Notwendigkeit einer erforderlich gewordenen beruflichen Neuorientierung geben genauso den Anlass dazu, dass er oder sie sich über einen längeren Zeitraum aus dem Beruf verabschieden sollte. Das Sabbatjahr bietet dazu die Gelegenheit.

Was ist ein Sabbatjahr?

Ursprünglich wurde dieses Wort in der Tora beschrieben. Es war ein Gebot Gottes, nach dem ein Acker nach sechs Jahren der Bewirtschaftung im siebenten Jahr ruhen sollte, um sich erholen zu können. An dieser Deutung hat sich im heutigen Sinne des Sabbatjahres, welches auch als Sabbatical bezeichnet wird, nichts Wesentliches verändert. Es ist heute ein Arbeitszeitmodell, mit dem ein Arbeitnehmer über einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten Abstand von seinem Job erhält, ohne dass sein Arbeitsplatz entfällt. Nach Beendigung des Sabbaticals nimmt er seine Arbeit am bisherigen Arbeitsplatz oder einem neuen wieder auf. Immerhin wird das Sabbatjahr oftmals auch genutzt, um die eigenen Berufschancen durch eine Weiterbildung zu verbessern. Das Sabbatical dient in einem solchen Fall Arbeitgebern und ihren Arbeitnehmern gleichermaßen, den Qualifikationsstand und damit die Leistungsfähigkeit des Unternehmens anzuheben. Noch ist das Sabbatjahr im Handwerk und im produzierenden Gewerbe unterpräsentiert. Immerhin bedeutet es für den Arbeitgeber, in dieser Zeit einen Ersatz für den Arbeitnehmer zu organisieren und dennoch dessen Arbeitsplatz vorzuhalten. Im öffentlichen Dienst ist dieses Arbeitszeitmodell wesentlich flexibler umsetzbar. Vor allem im Bildungswesen sind die Bestimmungen bezüglich der Eckpunkte des Sabbatjahres innerhalb der Bundesländer jedoch unterschiedlich geregelt.

Fünf wichtige Regelungen im Sabbatical

Ein solches Sabbatjahr sollte möglichst langfristig und vorausschauend geplant werden, denn beide Vertragspartner müssen sich auf diese Regelung einstellen können. Meist erfolgt dies, indem der Arbeitnehmer in der vorausgehenden Zeit auf einen Teil seiner Entlohnung verzichtet. Dies schreibt sein Arbeitgeber auf einem Arbeitszeitkonto gut, welches während des Sabbatjahres in Anspruch genommen wird. Die Sozialabgaben bezahlt in dieser Zeit der Arbeitgeber. Wenn beide Vertragsparteien ein Sabbatjahr vereinbaren, muss zunächst dessen Zeitdauer eindeutig vereinbart werden. Immerhin ist auch die Teilzeitarbeit eine Variante des Sabbaticals. Im Vertrag über das Sabbatjahr sichert sich der Arbeitnehmer seinen Anspruch am Arbeitsplatz nach seiner Rückkehr. Individuell ausgehandelt kann aber auch der Arbeitgeber eine garantierte Rückkehr in den Job verlangen. Diese Vereinbarung enthält außerdem den Kündigungsschutz während des Sabbaticals außer bei betriebsbedingten Kündigungen.
In diesem Vertrag wird außerdem die Anrechnung oder Nichtanrechnung von Krankheitstagen während des Sabbatjahres geregelt. Letztlich wird im Vertrag über das Sabbatjahr aber auch der Rechtsanspruch auf Entlohnung im Falle einer Insolvenz des Unternehmens vereinbart.
Das Sabbatjahr ist demzufolge in jedem Fall mit einer vertraglichen Regelung verbunden, die zwischen dem Arbeitgeber und seinem Arbeitnehmer individuell ausgehandelt werden muss. Einen Rechtsanspruch besitzt der Arbeitnehmer generell nicht, aber dieses Arbeitszeitmodell kann auch einen Wettbewerbsvorteil für den Unternehmer bezüglich der besten Arbeitskräfte sein.