Alles was Man(n) wissen muss

Schnarchstopp nach Maß vom Hörgeräteakustiker 

schnarchen © Bernd_Leitner - Fotolia.comNichts ist auf Dauer so zermürbend wie der chronische Schlafmangel, den ein schnarchender Partner wohl oder über verursacht. Die peinigende nächtliche Ruhestörung muss weg, gar keine Frage. Doch was, wenn beim Schnarcher selbst keine der bekannten Maßnahmen nachhaltig fruchtet? Wenn weder Schnarcherschiene noch Anti-Schnarch-Öl noch Anti-Schnarch-Rucksack zur innig herbeigesehnten Nachtruhe führen? Dann gilt es, den Lärm nicht an der Quelle, sondern beim Empfänger zu bekämpfen. Und dazu kann man sich beim ausgebildeten und zertifizierten Hörgeräte-Akustik-Meister verblüffend kompetente und effiziente Hilfe holen.

Warum Lärmschutz "von der Stange" oft keine gute Lösung ist

Jeder, der schon einmal versucht hat, mit herkömmlichen Lärmschutzstöpseln ein internes Bollwerk gegen das akustisch anbrandende Schnarchen zu errichten, kennt die Nachteile. Bei formbaren Festkörperlösungen, wo der Gehörschutz zuerst zurechtgeknetet, und dann in den Gehörgang reingedrückt werden muss, ist meist ein unangenehmes Fremdkörpergefühl zu beklagen. Flexible Schaumgummipfropfen bieten da zwar einen höheren Tragekomfort, aber dafür können sie sehr leicht des nächtens aus dem Gehörgang rausrutschen. Und beiden Lösungen ist mit der Zeit ein gewisses hygienisches Grundproblem zueigen. Denn das Ohrenschmalz, welches sich in jedem gesunden Gehörgang regelmäßig bildet, lagert sich natürlich an den Lärmschutzpfropfen an. So entsteht recht schnell eine unappetitliche Verschmutzung, die eine zeitlich engmaschige Erneuerung notwendig macht. Das geht nicht nur an die Nerven, sondern durchaus auch ins Geld. Was also kann der Hörgeräte-Akustiker, was Ohropax & Co. nicht können?

Individuell angefertigte Schnarchschutzstöpsel halten dicht

schlafen © drubig-photo - Fotolia.comWer seine geplagten Ohren wirklich professionell gegen die akustischen Emissionen des nächtlichen Sägewerkbetriebes im eigenen Bett abdichten will, sollte unbedingt über individuell und exklusiv angefertigten Lärmschutz vom Fachmann nachdenken. Und so funktioniert es:

1) Der Hörgeräte-Akustiker fertigt zunächst ein Bedarfsprofil an: Wie viele Dezibel an nächtlichem Schnarchaufkommen müssen "verpackt" werden? Wie empfindlich sind die Gehörgänge? Welche anatomischen oder medizinischen Besonderheiten der Ohren sind zu berücksichtigen? Welche Schlafpositionen werden bevorzugt eingenommen? Nach diesen (und einigen weiteren) Angaben entscheidet es sich, welches Material für die Ohrstöpsel am besten geeignet ist.

2) In den penibel gesäuberten Gehörgängen - und nur an solche will und darf der Fachmann drangehen - wird ein individueller Abdruck genommen. Diese Prozedur dauert in aller Regel nicht länger als eine Viertelstunde. Kleiner Tipp: Wer sich über den "Reinheitsgrad" seiner Ohren vor dem Termin beim Hörgeräte-Akustiker nicht so wirklich sicher ist, sollte sich wahlweise einen Termin beim HNO-Arzt gönnen, oder selbst mit Otowaxol Lösung (Apotheke) zur hygienischen Tat schreiten. Und bitte niemals Wattestäbchen benutzen, denn das ist zum einen sehr gefährlich für das Trommelfell, und zum anderen könnten damit Ohrenschmalzansammlungen eher noch tiefer ins Ohr gedrückt als aus diesem herausgeholt werden.

3) Nach den erstellten individuellen Gehörgangsabdrücken werden jetzt die Schnarchschutzstöpsel angefertigt. In diesem Fertigungsprozess, der etwa 14 Tage in Anspruch nimmt, werden aus einer speziellen Silikonmasse ebenso passgenaue wie tragekomfortable Lärmschutz-Unikate exakt auf die Kundenbedürfnisse maßgeschneidert. Nachdem die Formgebung abgeschlossen ist, wird das Silikon noch versiegelt. Das hat zwei gute Gründe: Zum einen wird so vermieden, dass das Silikon direkt mit der empfindlichen Haut im Ohr Berührung kommen kann. Und zum anderen sorgt diese Versiegelung dafür, dass man die Gehörschützer stets hygienisch sauber halten kann. Das verleiht den neuen internen Lärmschutzwällen nicht nur eine stets einwandfreie Oberfläche, sondern auch eine erstaunlich lange Lebensdauer. Bei guter Pflege können diese Spezialanfertigungen nämlich durchaus einige Jahre ihren Dienst tun. Wenn man bedenkt, wie viel kostenintensiven Wegwerf-Lärmschutz man in dieser Zeitspanne verheizt hätte, dann weiß man auch, dass man den Anschaffungspreis dieser "stillen Diener" (etwa um 100 Euro) in aller Regel innerhalb eines Jahres schon wieder raus hat.

Was sollte man bei dieser Art der Schnarchabwehr beachten?

- Auch der beste Lärmschutz kann das Schnarchen niemals zu 100 Prozent aus der Wahrnehmung verbannen. Denn die durch das Schnarchen erzeugten Vibrationen teilen sich nicht nur über die Ohren, sondern auch per Körperschall (Knochenschallübertragung) und über die Haut mit.

- Durch die Abschottung des Gehörs von der durchschnarchten Umgebung werden körpereigene Geräusche (z.B. der Herzschlag oder Verdauungsgeräusche) sehr viel stärker ins Bewusstsein gebracht. Daran muss man sich durchaus erst einmal gewöhnen.

- Gewohnte Umgebungsgeräusche werden durch den Schnarchstopper aus dem normalen Geräuschumfeld gleich mit eliminiert. Auch dieser Wegfall von häuslicher Eigenakustik kann wahrnehmungspsychologisch gewöhnungsbedürftig sein. Vor allem für Menschen, die es gewohnt sind, ihre Ohren als eine Art Radar zu benutzen.

- Obwohl der Tragekomfort von individuell angefertigten Lärmstoppern optimiert ist, wird man sich doch zwei oder drei Nächte lang an den zunächst noch ungewohnten Pfropfen im Ohr gewöhnen müssen.

Natürlich wäre es am Besten, wenn der Sägewerksbesitzer im Schlafzimmer keine Nachtschichten mehr fahren würde. Doch wenn diese wünschenswerte Situation nicht herbeigeführt werden kann, dann sind individuell angefertigte Schnarchstopper sicher die zweitbeste Lösung, ehe ernsthaft eine Trennung von Tisch und Bett erwogen wird.

Männer scheinen eine stärker ausgeprägte genetische Anlage für das Schnarchen zu besitzen als Frauen, die weiblichen Hormone spielen da wohl eine Rolle.