Alles was Man(n) wissen muss

Christine - Eine rachsüchtige "Lady in Red" 

Lady in Red - © Igor Mojzes - Fotolia.comIhre sinnlichen Kurven sind atemberaubend üppig, sie liebt Rock'n Roll, sie trägt ihren blutroten Lack knalleng, und ihr markantes Gesicht hat schon vor langen Jahren knisternde Gänsehaut-Filmgeschichte geschrieben. Ihr Name ist übrigens Christine. Und wem das eigene Leben lieb ist, der legt sich besser nicht mit ihr oder ihrem Herrn und Meister an. Denn Christine ist in ihrer treuen Ergebenheit ebenso leidenschaftlich wie rachsüchtig und genussvoll grausam. Doch Vorsicht, werte Herren der Schöpfung: Wer sich nun so eine exklusive und exaltierte Christine als Gefährtin für sämtliche Lebens- und Straßenlagen herbeisehnt, der muss wissen, dass diese "Lady in Red" keine anderen Göttinnen, schon gar keine aus Fleisch und Blut, neben sich duldet. Und dass sie, wenn ihr rückwärts laufender Kilometerzähler sich zum Nullen anschickt, ihren Gebieter gnadenlos mit ins Grab nimmt. Na? Neugierig geworden? Dann schnell hinein ins cineastische Retro-Vergnügen mit einem Horror-Klassiker, der niemals altert.

Wie kann man etwas töten, das eigentlich nicht lebt?

Cadillac © Pauline Breijer - Fotolia.comDas ist in Anbetracht eines 1958er Plymouth Fury, der sich aus eigener Kraft von einem übel zugerichteten Totalschaden wieder in ein fabrikneues Wunder aus blitzendem Chrom und glänzendem Lack verwandeln kann, eine mehr als berechtigte Frage. Natürlich ist die kinokünstlerische Idee, einem Automobil eine Seele, eine Persönlichkeit und ein Leben zu geben, nicht wirklich neu. Doch dem Grusel-Großmeister Stephen King gebührt ganz ohne Zweifel die Anerkennung dafür, dieses Thema mit seinem Kult-Roman "Christine" neu erfunden zu haben. Dennoch sei aus der Sicht einer passionierten Kinoliebhaberin freundlich angemerkt, dass "Christine" ohne die brilliante und wunderbar detailverliebte Verfilmung von John Carpenter niemals zu der Popularität gelangt wäre, die sie heute genießt. Viele King-Fans mögen den Roman, der stellenweise in typischer King-Manier etwas langatmig daherkommt, mit Wonne gelesen haben. Doch die Verfilmung, die im Jahre 1983 das Licht der Leinwand erblickte, sorgt auch heute noch für wohlig schaurige Gänsehäute in ungezählten Heimkinos und gut besuchten Retro-Lichtspielhäusern.


Fazit

Wer "Christine" kennt, dem muss man von dem spurstabilen Racheengel mit der Lizenz zum Töten und zum selbst Reparieren nichts mehr erzählen. Doch wer von diesem Film noch nie etwas gehört hat, obwohl er dem gemäßigten Horror-Genre nicht abgeneigt ist, dem sei der cineastische Genuss dieser automotiven Opulenz dringend ans Herz gelegt. Auch wenn der kohlrabenschwarze K.I.T.T. und die feuerrote Christine definitiv nie ein Liebespaar geworden wären.